UNIVERSITÄT

Rasch nach der Gründung der Kaiser-Franz-Josefs-Universität 1875 entwickelte sich in Czernowitz ein reiches farbstudentisches Leben.

Nebeneinander entstanden deutsche, jüdische, rumänische, polnische und ukrainische Verbindungen, deren Organisationsform zwar an die aus der deutschen Universitätskultur stammenden Traditionen angelehnt waren, jedoch nationale Eigenarten herausbildeten.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und danach des Zweiten Weltkrieges kam der Vorlesungsbetrieb und das aktive akademische Verbindungsende zum Ende.

1997 wurde die A. V. Bukowina zu Czernowitz von Doktoranden der historischen Fakultät an der Staatsuniversität Czernowitz (ehem. Kaiser-Franz-Josefs-Universität) gegründet. Es war dies die erste Czernowitzer Verbindungsgründung auf akademischem Boden seit 1918. Davon wurde in der Zeitung „Der Südostdeutsche Buchenlanddeutsche Zeitung“ vom 15.11.1998 erwähnt.

Die Gründungsidee stellte man mit folgenden Worten dar: „… Die Benennung „Bukowina“… wurde nicht nur durch unsere Landeszugehörigkeit bestimmt, sondern darin kommt das Bestreben der Gründer zum Ausdruck, das Leben der Verbindung auf die Grundeigenarten des bukowinischen Charakters (Wohlwollen, Treue zum gegebenen Wort, Freundschaft) zubauen.

Der Gründungsbeschluss wurde auch von dem Bestreben genährt, eine neue Generation der akademisch koordinierten Jugend auf der Grundlage der großen Erfahrung der europäischen Verbindungsbewegung heranzuziehen. Mit diesem Beschluss sollte überdies ein breiteres Feld zur Erneuerung der akademischen Traditionen und ein Geist gesunder Konkurrenz zwischen den Verbindungen geschaffen werden…“.

Als vorrangige Tätigkeiten wurden folgende formuliert:

1) wissenschaftliche Arbeit zur Landesgeschichte und Militärgeschichte,

2) ausführliche Erforschung der Czernowitzer Korporationsgeschichte,

3) Verbreitung der Verbindungsidee unter den Schülern der Abgangsklassen sowie Studium der Landessprachen.